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15.4.2015

In Memoriam Günter Grass

Filed under: Gedichte — WR @ 01:24

Günter Grass in memoriam

Blech getrommelt zu Excessen,
Schreiben gegen das Vergessen,
immer drückte der Kaschube
mit der Feder auf die Tube.

Goldwasser in Danzigs Gassen,
Oskar füllte ihm die Kassen.
Gruppe Siebenundvierzig dann,
auch das Reimen fing er an.

Hundejahre, frühe Gärung,
durch Nobelpreis späte Ehrung,
hat sich zu gern selbst bespiegelt,
und die anderen gestriegelt.

Irgendwann örtlich betäubt
und von Willy Brandt bestäubt,
steil auf den Parnaß gestiegen.
Die SS wurde verschwiegen.

Hat sich einmal sehr verwählt,
doch die Zwiebel dann geschält.
Was zu Israel gesagt,
wurde nicht gut hinterfragt.

War nicht immer gut beraten,
hat am liebsten Butt gebraten.
Viele Blätter leergeschrieben,
manches sicher übertrieben.

Zeichenkunst muß man erwähnen.
Immer Pfeife zwischen Zähnen,
Eigenbrötler, unfiltriert.
Kraftprotz, der vor Lust vibriert.

Ist im Krebsgang alt geworden,
tanzte auch nach Schluß-Akkorden.
Sein Jahrhundert liegt im Speicher,
Birne wurde schließlich weicher.

Unkenrufe, Katz und Maus,
Rättin lacht, das Spiel ist aus.
Tod hat nun ins Grass gebissen.
Oskar wird ihn sehr vermissen.

(www.winfried-rathke.de)

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