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6.8.2013

Saturnalien

Filed under: Gedichte — WR @ 14:56

Saturnalien

Die „feuchten Tage“ im alten Rom

 

Bei den Römern in Italien

gab es tolle Saturnalien.

Wenn sich der Dezember neigte

und das Jahresende zeigte,

schwang man seine Hammelbeine,

holte aus dem Keller Weine

und dann wurde regelrecht

gut gespeist und stark gezecht.

 

Jeder soff soviel er mochte,

bis die Stimmung überkochte.

Sklaven, die sonst arg geschunden,

wurden freundlich losgebunden.

Die Moral war aufgehoben,

Wahnsinn durfte sorglos toben.

Die Tabus der strengen Sitten

wurden locker überschritten.

 

Gläser hat man wild geschwenkt,

alle Freunde reich beschenkt.

Kuchen backten die Matronen

voller Mandeln und Makronen.

Kerzen gab es zum Beleuchten,

Wein, um Kehlen zu befeuchten.

Alle schunkelten und sangen,

Flöten, Leiern, Zimbeln klangen.

 

Und dann gab es das Signal

für die nächste Königswahl.

Wer am allermeisten trank

und nicht gleich zu Boden sank,

wurd als „Rex bibendi“ jetzt

von der Menge eingesetzt,

denn er hatte zweifelsohne

tüchtig einen in der Krone.

 

 

 

 

 

 

 

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