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6.8.2013

Die Drohne

Filed under: Gedichte — WR @ 14:58

Die Drohne

 

Der Drohne Ansehen ist mäßig,

da sie sehr fett, faul und gefräßig.

Sie hat nur folgendes im Sinn:

Die Paarung mit der Königin.

 

Doch ist gestillt das Liebesfieber

und kaum der Hochzeitsflug vorüber,

sinken kraftlos die maroden

Drohnen ausgelaugt zu Boden.

 

Nach kurzem Glück das Ende droht

Auf die Begattung folgt der Tod.

Die Königin schwebt derweil heiter

mit vollem Spermabeutel weiter.

 

Sie wird nun viele Eier legen,

dem Bienenvolk zum großen Segen.

Was man draus lernt, von vorn herein:

Mann möchte keine Drohne sein !

 

Nun wünschte sich unsre Regierung

vier Drohnen für die Rekrutierung.

Da viele Feinde um uns tätig,

sei Luftaufklärung dringend nötig.

 

Die erste Drohne ist gigantisch,

flog zu uns rüber transatlantisch,

ferngesteuert, unbemannt.

Das war jedoch verdammt riskant,

 

weil, wenn ich das so recht verstanden

ein Kollisionsschutz nicht vorhanden.

Ihre Sensoren, ach wie gräßlich,

sind leider noch nicht ganz verläßlich.

 

Viele Millionen wurden jetzt

für Drohnen in den Sand gesetzt.

Doch diesmal wird das Drohnensterben

allein der Steuerzahler erben.

 

Die Arbeitsbienen sind frustriert,

weil nirgends mehr Vernunft regiert.

Und der Verteidigungsminister ?

Ich glaub, ein echter Hiob ist er.

Saturnalien

Filed under: Gedichte — WR @ 14:56

Saturnalien

Die „feuchten Tage“ im alten Rom

 

Bei den Römern in Italien

gab es tolle Saturnalien.

Wenn sich der Dezember neigte

und das Jahresende zeigte,

schwang man seine Hammelbeine,

holte aus dem Keller Weine

und dann wurde regelrecht

gut gespeist und stark gezecht.

 

Jeder soff soviel er mochte,

bis die Stimmung überkochte.

Sklaven, die sonst arg geschunden,

wurden freundlich losgebunden.

Die Moral war aufgehoben,

Wahnsinn durfte sorglos toben.

Die Tabus der strengen Sitten

wurden locker überschritten.

 

Gläser hat man wild geschwenkt,

alle Freunde reich beschenkt.

Kuchen backten die Matronen

voller Mandeln und Makronen.

Kerzen gab es zum Beleuchten,

Wein, um Kehlen zu befeuchten.

Alle schunkelten und sangen,

Flöten, Leiern, Zimbeln klangen.

 

Und dann gab es das Signal

für die nächste Königswahl.

Wer am allermeisten trank

und nicht gleich zu Boden sank,

wurd als „Rex bibendi“ jetzt

von der Menge eingesetzt,

denn er hatte zweifelsohne

tüchtig einen in der Krone.

 

 

 

 

 

 

 

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